Mal etwas Anderes als Weinkrimis

Geschrieben am 22 Jun 2013

In den letzten Jahren erfreuen sich deutsche Lokalkrimis einer immer größeren Beliebtheit. Bekannt dürften die Fälle des schrulligen, Spätzle vernichtenden Kommissars Kluftinger sein. Diese wurden inzwischen teilweise sogar verfilmt. Auch diverse Lebensmittel haben inzwischen ihre eigenen Krimireihen. Eine schnelle Suche bei Amazon fördert Titel wie „Tod & Trüffel – Ein Hundekrimi“ oder  „Die letzte Praline: Ein kulinarischer Krimi“ zutage. Bekannt dürften vielen Lesern auch die diversen Wein-Krimis sein, welche erhältlich sind. Wenn ihr besonders seltsame Kombinationen von Lebensmitteln und Krimi findet, könnt ihr diese gerne in den Kommentaren hinterlassen!

Aber nun zum eigentlichen Thema dieses Eintrages. Natürlich gibt es inzwischen auch einen Bier Krimi. Beziehungsweise gleich eine ganze Serie davon. Und eigentlich sind es keine Krimis, sondern historische Romane. Autor ist der gelernte Mälzer und Brauer Günther Thömmes der sich hier als Autor versucht. Inzwischen sind die folgenden drei Bände erschienen: Der Bierzauberer, Das Erbe des Bierzauberers und Der Fluch des Bierzauberers.

Da ich eher wenig historische Romane lese, bin ich eher durch Zufall auf den Bierzauberer gestoßen. Am 23.04. war dieses Jahr der Tag des Bieres und der Tag des Buches. Zur Feier gab es bei Thalia den Bierzauberer als e-Book umsonst. Als Hobbybrauer habe ich mir das nicht entgehen lassen.

Vor einigen Tagen bin ich nun endlich dazu gekommen das Buch lesen. Leider war das Lesen recht zäh. Das gesamte Buch wirkt wie der Schreibversuch eines Schülers im AG-Kurs kreatives Schreiben. Die Charaktere bleiben sehr zweidimensional, wichtige Lebenswendungen und Entscheidungen werden oft mit einem Halbsatz abgetan. Vom historischen Aspekt her glänzt das Buch allerdings. Hier merkt man, dass der Autor selber Mälzer und Brauer ist und ein entsprechend reges Interesse an der historischen Entwicklung dieses schönen Handwerks hat. Aber auch hier macht sich bemerkbar, dass der Autor kein begnadeter Schriftsteller ist. Oft hat man als Leser den Eindruck, dass beim Schreiben einfach historische Fakten und Verbindungen aneinandergereiht werden, um möglichst alle Rechercheergebnisse unterzubringen.

Das Buch verfolgt das Leben des Brauers Niklas von Hahnfurt, wie dieser seinen Weg durch einige Klöster und Städte geht, die auch heute noch bekannt für ihr Bier sind. Niklas lernt wie Hopfen das Bier länger haltbar macht, erfährt wie man aus Getreide Malz herstellt, erfindet das Kühlschiff und den Läuterbottich. Dabei hat er mit der Inquisition, der Angst vor Neuem in der stark von der Kirche geprägten Gesellschaft und diversen Katastrophen und Seuchen zu kämpfen.

Grundsätzlich liegt damit ein Grundgerüst für ein unterhaltsames und informatives Buch vor, bei dem man im Vergleich mit anderen historischen Romanen nicht ständig den Drang verspürt die dargebotenen historischen Fakten einer eigenen Überprüfung zu unterziehen.

Leider krankt das Buch an der handwerklichen Umsetzung. Wie Eingangs bereits beschrieben, stellt sich einfach kein flüssiges Lesen ein. Aufgrund der Aneinanderreihung von historischen Fakten, Episoden aus dem Leben der Protagonisten und der sehr oberflächlichen Charakterdarstellung der Hauptcharaktere kann man sich einfach des Eindruckes nicht erwehren, dass der Autor beim Schreiben eine Checkliste abgearbeitet hat ohne sich viele Gedanken darüber zu machen wie die einzelnen Punkte sinnvoll und glaubwürdig verbunden werden können.

Trotz aller Kritik habe ich den Bierzauberer dennoch recht gerne gelesen, denn obwohl man keinen sprachlich ausgefeilten Roman erwarten sollte, ist das Buch doch sehr informativ und erklärt anschaulich die Geschichte des Bierbrauens. Darunter geht Thömmes auch auf einige echte Kuriositäten wie den ersten Bierautomaten der Welt ein, in den man Wertmarken aus Stein einwirft.

Allen die etwas über die Geschichte des Bierbrauens lernen wollen, ohne zu einem allzu trockenen Geschichtsbuch greifen zu müssen, möchte ich den Bierzauberer von Günther Thömmes daher trotz der angesprochenen Kritikpunkte ans Herz legen. Ich persönlich werde auch die zwei weiteren Teile dieser Buchreihe lesen.

Brauthermometer

Geschrieben am 22 Mai 2013

Der Hobbybrauer benötigt für das Maischen ein wasserdichtes und zuverlässiges Thermometer. Sogar wenn man lediglich eine Kombirast durchführt, wird ein Thermometer benötigt.

Viele Hobbybrauer beginnen mit einem günstigen Grillthermometer. Der Sensor befindet sich hier regelmäßig in einer Edelstahlhülle. Auch ich habe mit einem solchen (siehe Bild) Thermometer angefangen.

Auch wenn dieses mit ca. 17 Euro recht günstig ist, ist die Verarbeitungsqualität enttäuschend.

Allerdings erfüllt es seinen Zweck und liefert schnelle und recht genaue Ergebnisse. Als kleiner Bonus enthält es auch einen Timer. Allerdings haben diese Thermometer einen großen Schwachpunkt, nämlich die Stelle an der das Kabel in Metallhülse übergeht. Hier kann relativ leicht Feuchtigkeit eindringen. Sobald dies geschieht zeigt das Thermometer jedoch nur noch Fantasiewerte an. Ich habe gelesen, dass einige Zeit im Backofen den Sensor wiederbelebt, habe dies aber nicht getestet. Eine andere Möglichkeit ist wohl einen Schrumpfschlauch um diese Stelle zu legen.

Ich hatte das Pech, dass bereits am ersten Brautag Wasser in die Edelstahlhülse eingedrungen ist. Daher war klar, dass ein deutlich stabileres und vor allem absolut wasserdichtes Thermometer her musste.

Nach einiger Recherche und oftmaligem Erschrecken über Preise bin ich über den sensorshop24.de gestolpert. Dieser Onlineshop verkauft weniger fertig konfektionierte Thermometer, sondern eher die Einzelteile. Dies hat den Vorteil, dass man sich aussuchen kann wie lange das Kabel des Sensors sein soll, aus welchem Material dieses sein soll und vieles mehr.

Ich habe mich für eine der angebotenen elektronischen Temperaturanzeigen entschieden, nachdem ich auch auf hobbybrauer.de positive Erfahrungen mit sensorshop24.de gefunden habe. Zu der Anzeige bestellte ich einen vergossenen PT100 Sensor mit Silikon-Leitung in 3-Leiter Ausführung. Der Sensor und die Zuleitung sind nach IP68 geschützt und vertragen bis zu 200°C.

Die Temperaturanzeige benötigt in der von mir gewählten Ausführung 230V und muss noch in ein Gehäuse eingebaut werden. Günstige Gehäuse findet man z.B. bei Conrad Elektronik. Zur Verkabelung werde ich hier aus Gründen der Haftung nichts schreiben, aber diese sollte eigentlich selbsterklärend sein. Auch hilft der Ansprechpartner bei sensorshop24.de einem hier gerne weiter. Ein bisschen Bastlergeschick empfehle ich aber schon.

Zu beachten ist auch, dass das Thermometer kalibriert werden muss. Dies geht recht gut mit Eiswasser bzw. einem Topf mit kochendem Wasser, da hier auch ohne Referenzthermometer die Temperatur bekannt ist. Für die Kalibrierung zunächst den Sensor in Wasser mit viel Eis geben. Wenn das Thermometer nun 0°C anzeigt, ist eine Kalibrierung nicht erforderlich.

Um die Anzeige zu kalibrieren drückt man "set" bis "re1" im Display steht. Dann durch das Menu scrollen bis zum Punkt "diS". Mit "set" bestätigen. Scrollen bis "CA1" kommt. Mit "set" bestätigen. Nun kann man mit den "oben" "unten" Tasten einstellen um welchen Wert man die Ausgabe korrigieren möchte. Bei mir hat das Thermometer 1,5 °C zu viel angezeigt. Ich habe also -1,5 eingetragen. Mit "set" bestätigen und so oft "fnc" drücken, bis wieder die Temperatur angezeigt wird.

Achja, meine Anzeige war bei Auslieferung nicht auf Anzeige von Dezimalwerten konfiguriert. Dies stellt man so ein: "set" bis "re1" im Display. Scrollen bis "diS", bestätigen mit "set". Scrollen bis "ndt", bestätigen mit "set". Mit "oben" "unten" Tasten scrollen bis "y" im Display. Mit "set" bestätigen. Nun so oft "fnc" drücken, bis wieder die Temperatur angezeigt wird.

Mit dem fertigen Thermometer bin ich sehr zufrieden. Es hat jetzt ca. 60 Euro gekostet, was sicherlich nicht super günstig ist, jedoch hält dieses hoffentlich noch lange. Grundsätzlich kann ich die Produkte von sensorshop24.de empfehlen. Diese sind qualitativ hochwertig und der Service ist freundlich. Allerdings hat es bei mir 2,5 Monate gedauert bis ich die bestellte Ware tatsächlich hatte. Mir wurden mehrfach falsche Teile geliefert und die interne Bearbeitungszeit war auch nicht beeindruckend. Dann auch noch UPS als Versandservice war das i-Tüpfelchen auf der Misere. Allerdings hat sensorshop24.de inzwischen auf DHL umgesattelt und ich hoffe, dass die Versandabteilung inzwischen auch effizienter geworden ist. Auch ist natürlich nicht auszuschließen, dass ich ein bedauernswerter Einzelfall war. Es ist inzwischen auch einige Monate her das ich das Thermometer bestellt habe und es hat sich in der Zwischenzeit einiges auf der Homepage von Sensorshop24 getan. Das Sortiment wurde stark erweitert und lohnt auf jeden Fall einen Besuch.

Pumpen für Dünnmaische

Geschrieben am 6 Mai 2013

Wenn es an die Aufrüstung der eigenen Brauanlage geht, stößt man auch regelmäßig auf das Problem eine geeignete Pumpe für Dünnmaische und Wasser zu finden. Die Pumpe muss immerhin Lebensmittelecht sein und mit hohen Temperaturen umgehen können.

In Deutschland wo die Hobbybrauerszene zwar immer aktiver wird, aber nicht annähernd die Ausmaße wie z.B. in den USA angenommen hat, kann es schwierig sein zu akzeptablen Preisen eine Pumpe zu finden.

Eine Möglichkeit sind die Pumpen der italienischen Firma "Rover Pompe". Diese sind zwar eigentlich nicht für hohe Temperaturen ausgelegt, was aber hauptsächlich an der verwendeten Dichtung liegt. Diese lässt sich gegen eine Viton-Dichtung austauschen. Einige Onlineshops bieten die passende Dichtung gleich mit an, so z.B. weinbau24.de.

Diese Pumpen gibt es jetzt für 230V.

Diese Pumpen sind zwar relativ günstig, aber die Fertigungstoleranzen sind auch recht groß. Insbesondere beim Pumpen von heißen Flüssigkeiten führt dies teilweise dazu, dass die Flügelräder am Gehäuse schleifen und die Geräuschkulisse unerträglich wird. Selber habe ich dies zwar noch nicht getestet, aber die Nutzerberichte auf hobbybrauer.de sprechen hier für sich.

In den USA erfreuen sich die Pumpen von Chuggerpumps einer großen Beliebtheit. Bisher gab es diese jedoch nur in der 120V Ausführung. Nachdem das Unternehmen nun schon lange versprochen hatte auch eine Version für 230V herzustellen, ist es nun soweit. Sollte ich im Laufe der nächsten 1-2 Jahre meine Brauerei aufrüsten werden es mit großer Wahrscheinlichkeit diese Pumpen werden. Es handelt sich um Pumpen mit Magnetkupplung, wodurch die Motorwelle in das Pumpengehäuse wegfällt. Das Pumpengehäuse besteht vollständig aus Edelstahl. Kostenpunkt sind aktuell etwa 140$. Dazu kommt jedoch noch der Versand. Auch die Abwicklung im Gewährleistungsfalle dürfte sich als schwierig herausstellen.

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